Liberale Öffnungszeiten für Bern

Darum geht die Debatte


Die Junge CVP fordert im Kanton Bern liberale Öffnungszeiten. Die heutige Situation sei unbefriedigend, schreibt sie in einem Communiqué.

Das Kundenverhalten habe sich in den letzten Jahren stark geändert. Damit im Kanton die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibe, seien die Ladenöffnungszeiten wie folgt anzupassen: Montag bis Freitag, 6 bis 22 Uhr sowie Samstag 6 bis 19 Uhr.

Zudem solle das Antragsverfahren für Sonntagsverkäufe vereinfacht werden. Tankstellenshops sowie Verkaufsstellen an Bahnhöfen im Zentrum sollen keine Einschränkungen mehr auferlegt werden.

Medienmitteilung: http://ow.ly/1vi8O

Was ist Ihre Meinung dazu? Braucht Bern liberalere Öffnungszeiten?

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Bereits heute ist es Leuten in bestimmten Berufen kaum möglich verbindlich an gesellschaftlichen Aktivitäten ("Vereinen") teilzunehmen und es mangelt an allen Ecken und Enden an freiwilligen Mitarbeitern. Wenn hier auch noch der Detailhandel mit der grossen Mitarbeiterzahl auch noch rund um die Uhr bereitstehen muss, wird das enorme negative Auswirkungen auf diese "Vereinsaktivitäten" haben.

Eigentlich könnten wir nach Amerika blicken und uns fragen ob wir das wirklich so möchten - nur weil wir nicht mehr fähig sind unsere Grundbedürfnisse planerisch auf eine Woche zu decken?

16 Kommentare
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Lieber Stefan
Das Beispiel Amerika funktioniert in deiner Argumentation nicht: Wohl haben die Amis die 24/7-Regel auf die Spitze getrieben bzw. übertrieben - gleichzeitig haben sie aber ein Sozial- und Vereinsleben, von dem wir Schweizer nur träumen können. Auch sind die Amerikaner eher bereit, sich selbstlos gesellschaftlich zu engagieren, im Unterschied zu uns. Sie schaffen es also, liberale Geschäftszeiten mit ausgiebigem Sozialleben zu kombinieren.

Nicht alles, was von Amerika kommt, ist von vornherein als schlechtes Beispiel zu zitieren.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
Hallo Thomas
Von welchem Sozial- und Vereinsleben soll ich träumen. Ich habe gute Freunde in den Staaten und kenne durch sie und ihrem Freundeskreis das normale Familenleben... ich möchte das hier nicht.

Du hast scheinbar etwas anderes kennengelernt....
Stefan von Bern 29. Juli 2010 Verstoss melden
Ganz offensichtlich (ich bin seit 19 Jahren mit einer Amerikanerin verheiratet, habe knapp sieben Jahre in NY gelebt und bin regelmässig in den Staaten unterwegs - hauptsächlich im Nordwesten). Viele unserer Familienangehörigen und Freunde in den USA sind gesellschaftlich bedeutend aktiver als "wir Schweizer" (ich spreche von persönlichem Einsatz, nicht von Facebook etc.). Aber da trifft wahrscheinlich Aussage auf Aussage.

Anyway, in einem Schweizer Haushalt, in dem beide Elternteile in einem "normalen" Angestelltenverhältnis arbeiten, bleibt heute häufig nur noch der Samstag als Einkaufsmöglichkeit - und wie's am Samstag bei unseren Grossverteilern aussieht, weisst du ja auch. Wenn man dann noch zwängelige Kinder zum Einkauf mitnehmen muss, wird's für alle beinahe untragbar.

Liberalere Einkaufsmöglichkeiten wären in diesem Sinne sicher angebracht - aber wie gesagt, es muss nicht sooo liberal sein wie ännet dem Atlantik.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
Da fällt mir grad auf, du sprichst ja vom Familienleben und ich vom Sozialleben. Mit dem (amerikanischen) Familienleben, wie du's oben beschreibst aufgrund deiner Erfahrungen, bin ich ebenfalls nicht zufrieden - diese Zustände möchte ich auch nicht hier. Wobei das durchschnittliche Familienleben in den USA, oder das Fehlen desselben, nicht nur in direktem Zusammenhang mit den Ladenöffnungszeiten gesehen werden kann.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
Hab eigentlich auch vom Sozialleben geschrieben...

Als "normale" Angestellte findet man auch unter der Woche genügend Zeit zum Einkaufen und Angestellte in Schichtarbeit haben ebenso genügend Zeit.

Hingegen ist es eine wahre Kunst mit Freunden aus Pflegeberufen und anderen Allzeitbereiten Bandproben oder verbindliche Vereinsarbeit zu organisieren.

Ist das neue Kundenverhalten nicht eher so, dass das man keinen Grundstock an "Notvorrat" mehr führt, dass man eher zum nächsten Tankstellenshop fährt als beim Nachbar anklopft? Funktioniert denn die viel erwähnte Spontanparty nur mit Kaviar und Prosecco?
Stefan von Bern 29. Juli 2010 Verstoss melden
"Ist das neue Kundenverhalten nicht eher so, dass das ... man eher zum nächsten Tankstellenshop fährt als beim Nachbar anklopft? Funktioniert denn die viel erwähnte Spontanparty nur mit Kaviar und Prosecco?" - Wer hat denn schon Kaviar und Prosecco für Spontanparties zu Hause allzeit bereit?

Das mit dem Tankstellenshop ist ein "case in point" - warum zum Tankstellenshop? Weil er länger offen ist als der Grossverteiler! Es ist in der Tat schade, dass die Kultur des Anklopfens nebenan am Aussterben ist...
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
@Stefan
auch Leute in Pflegeberufen können an Vereinsleben teilnehmen. Das weiss ich, da ich es selber erlebe. Man muss es nur angeben und eben die Frei oder Dienste so wünschen. Wer den Beruf als Hauptgrund angiebt will nicht wirklich teilnehmen.

Zudem, ich habe seit jeher Schicht- oder Teildienst gearbeitet. Und da wird das Einkaufen oft zur Hetzte. Früher mehr als heute. Während der Pause zwischen dem Dienst will man nicht unbedingt immer einkaufen und nach dem Dienst ging es nicht. Das hiess oft nur am Donnerstag oder wenn Frei möglich. Daher bin ich sehr wohl für liberale Öffnungszeiten. Denn wie ich es vor Jahren in Canada erlebt habe, machen dann nicht alle Läden auf. Viele merken sehr schnell was sich lohnt und was nicht.
Claudia Boesch - kandidiert für Stadtrat Thun, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
@ Claudia
Arbeitest Du jetzt in einem Pflegeberuf, oder im Gastgewerbe?

"man muss es nur angeben und eben die Frei oder Dienste so wünschen" das glaubst Du ja selbst nicht, dass das im Alltag funktioniert. Eine Juniorenmannschaft trainieren mit 1-2 Trainings und noch ein paar Meisterschaftsspiele - und das soll in einem meist zu knappen Team funktionieren????

Es ist doch genau diese Haltung die mir mühe macht. Deine liberale Einstellung hört dort auf, wo du selber betroffen bist (Rauchverbot), aber dort wo es dir entgegenkommt (zwischen dem Dienst will man nicht unbedingt immer einkaufen) sollen noch mehr Angestellt mit unmöglichen AZ allzeit bereit stehen....
Stefan von Bern 30. Juli 2010 Verstoss melden
@Thomas
"Das mit dem Tankstellenshop ist ein "case in point" - warum zum Tankstellenshop? Weil er länger offen ist als der Grossverteiler!"

Und damit dieser richtig rentiert, vergrössert man das Angebot, da er ja eh offen ist. Wenn ich nun bei der Tankstelle meine Einkäufe tätige, gehe ich der Migros/Coop verloren und die müssen nachziehen. Wenn dann wieder alle die gleichen Öffnungszeiten haben, wird wieder dort eingekauft wo es am günstigsten ist. Die günstigsten Preise kann man mit den niedrigsten Kosten, oder mit den bestmöglichen Umsätzen erziehlen. Und schnell ist das Personal einfach zu teuer.....

Schlussendlich wird doch nicht mehr eingekauft - es entstehen nur Mehrkosten.

Stefan von Bern 30. Juli 2010 Verstoss melden
Ich gehe nicht davon aus, dass der Durchschnittsbürger seine regelmässigen Einkäufe im Tankstellenshop macht (weil er eben teurer ist). Er ist da, um "Notstände" zu überbrücken, weil man sich ja nicht mehr dafür hält, beim Nachbarn anzuklopfen. Den Grossverteilern geht dadurch kein Kunde verloren und Grossverteiler werden kaum aus Konkurrenz-Denken gegenüber Tankstellen länger öffnen als Tankstellenshops.

Gesetzlich geregelte Öffnungszeiten im Detailhandel sind ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft, welche sich ohne diese Vorschriften automatisch gemäss den Gesetzen von Angebot und Nachfrage (sowohl produkteseitig wie i.S. Personal) regulieren würde.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 30. Juli 2010 Verstoss melden
@Thomas
Dein Glaube an die Allmacht der freien Marktwirtschaft hat schon fast sektiererische Züge.... ;-)

Gesetzlich geregelte Alkoholverkaufsverbot an Jugendliche, verbotener Drogenhandel, Rauchverbot, Nacht- und Sonntagsfahrverbot für Lastenzüge etc. sind auch alles Eingriffe in die freie Marktwirtschaft. Und auch hier würde sich gemäss den Gesetzen von Angebot und Nachfrage wohl alles von selbst Regulieren. Nur welchen Preis hätten wir als Gesellschaft dafür zu bezahlen.

Wenn es um das G im Namen deiner Partei geht, wägst du ja auch vorausschauendend ab was nachhaltig gut oder schlecht für die Natur ist, um danach unliberal und überhaupt nicht der freien Marktwirtschaft unterliegend Gesetze und Vorschriften zu erlassen. Warum trägst du zu unserer Gesellschaft nicht dieselbe Sorge? Wie die Natur, so muss auch die Gesellschaft vom Raubbau einiger rücksichtslosen Gierhälse und Gedankenloser geschütz werden.

Das kann, erwiesenermassen, die freie Marktwirtschaft nicht.

Stefan von Bern 30. Juli 2010 Verstoss melden
Busted! - Ich hoffe aber doch, dass du mich nicht zu den Gierhälsen und Gedankenlosen zählst ;-)

Du hast vollkommen recht. Freie Marktwirtschaft ist so frei eben nicht. V.a. beim Lastwagenfahrverbot sehe ich aber die Logik genau so wenig, wie bei den Öffnungszeiten im Detailhandel. Wobei mir bei den LKWs deren Verbannung auf die Schiene, wo möglich, als die beste Lösung erscheint, so von wegen G im Parteinamen...

Bei Alkohol, Drogen, Rauch, etc. geht's hingegen um die physische Gesundheit der jeweiligen Konsumenten und deren Mitmenschen, weshalb in diesen Fällen eine Regulierung wieder Sinn macht ("Verbot" tönt zu stark, da Suchtmittel ja nicht generell verboten, sondern nur deren Konsum reguliert wird).

Das gesellschaftliche Zusammenleben könnte m.E. durch liberalere Öffnungszeiten sogar noch gefördert werden - nämlich dann, wenn's beim Grossverteiler noch ein bequemes Kaffeehaus oder ein einladendes Pub mit gleichen Zeiten hat - shopping and a drink...
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 30. Juli 2010 Verstoss melden
Nein nein - bei G Themen zeigst du ja, dass es wichtigeres als kurzfristige Gewinnmaximierung gibt und trotz nachhaltigen Umweltschutz sogar wirtschaftlich erfolgreich Gewirtschaftet werden kann (könnte). Das gefällt mir an der GLP

In sozialpolitischen Themen wünschte ich mir von der GLP dieselbe Weitsicht.... doch da wird mir für meinen Geschmack zu sehr die Religion der freien Marktwirtschaft gepredigt. Und dir merkt man das Parteiprogramm gut an....
Stefan von Bern 30. Juli 2010 Verstoss melden
@Stefan
jetzt in der Pflege. Wo ich einen Kollegen habe welcher Aktiv bei einer U19 Mannschaft mitmacht. Also am Abend muss er weg und am Wochenende hat er immer frei. Das geht ohne Probleme. Auch wenn wir mal knapp an Personal sind. Bis jetzt war er Praktikant ab August ist er Angestellt. Auch im Gastgewerbe geht es, doch ist es dort schwerer.

Noch was zum einkaufen in der Zimmerstunde. Oft ist die so knapp angelegt, dass man gerade noch was essen kann. Oder man muss sonst was in der Wohnung machen. Einkaufen liegt einfach nicht auch noch drin sonst wird es ein Stress. Das verschiebt man dann gerne auf die Tage oder die Stunden wo es besser geht.
Claudia Boesch - kandidiert für Stadtrat Thun, GLP 30. Juli 2010 Verstoss melden
Zudem will ich nicht noch viel andere Öffnungszeiten generel.
Sondern das mindest der heutige Standart beibehalten wird und ev. auch an Sonntagen geöffnet werden darf. Natürlich mit den Zuschlagen wie in anderen Gewerben üblich. Wo ich schwierigkeiten habe ist bei der Begründung wieso es nicht geht. Denn das Gastgewerbe und der ÖV machen es vor. Auch diese Angestellten haben Familie welche oft nicht im gleichen Gewerbe arbeiten und auch die haben ein Familienleben und schaffen es.

Beim Rauchverbot bin ich eher pragmatisch eingestellt. Es sollte im Restaurant verboten sein, ausser in den Raucherzonen und dort darf man essen und servieren da viele Gastgewerbler, fast 90%, eh rauchen. Zudem sollte es erlaubt sein eine Hotelbar als Fumoir auszuweisen.

Bei den Lastwagen bin ich aber voll hinter der heutigen Regel. Man muss die LKW's auf die Schienen bringen, dafür haben wir die NEAT gebaut.
Claudia Boesch - kandidiert für Stadtrat Thun, GLP 30. Juli 2010 Verstoss melden
Danke für die Blumen, Stefan. Übrigens noch in Sachen freie Marktwirtschaft, die sich alleine reguliert, oder das allenfalls nicht kann: Das Zürcher Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz (OS 822.4) sieht unter Para.4, Ladenöffnung an Werktagen, vor, dass "Von Montag bis Samstag ... die Läden der Detailhandelsbetriebe ohne zeitliche Beschränkung geöffnet sein (können)."

Wieviele machen von diesem Angebot gebrauch? Offenbar haben die Ladenbesitzer und Grossverteiler gemerkt, dass das Einkaufspotential um 23:30 Uhr nicht mehr so gross ist, wie um 17:00 Uhr - die freie Marktwirtschaft lässt die Läden automatisch zu einem gewissen Zeitpunkt schliessen, sozusagen...
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 3. August 2010 Verstoss melden
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Der Vorschlag der JCVP ist interessant, hat aber noch Erweiterungspotential. Denn wenn ich um 22:00 in Bern aus dem Kino komme und auf den Zug zurück in den Oberaargau warten muss (der 22:39er wurde gestrichen - nächste Möglichkeit 23:07) habe ich eine Stunde zur Verfügung, in der alle Geschäfte geschlossen sind.

Anstelle der Diskussion über Ladenöffnungszeiten tritt somit die Diskussion über Landenschliessungzeiten. Ich plädiere dafür, dass Geschäfte von Mitternacht bis 06:00 geschlossen sein müssen und in der restlichen Zeitspanne entsprechend ihren Bedürfnissen und Umsätzen öffenen können - selbstverständlich unter Berücksichtigung der maximalen Arbeitszeiten des Personals (ähnlich des Nachtflugverbots und der Ruhezeiten der LKWs).

In der Zeitspanne 06:00 - 24:00 Uhr ist es jedermann und jederfrau möglich einzukaufen. Somit ist allen gedient und die Arbeitslosigkeit kann weiter gesenkt werden, da mehr Verkaufs- und administratives Personal im Detailhandel benötigt wird.
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Wieso werden liberalisierte Öffnungs- und Arbeitszeiten vor allem bei Branchen mit den schlechtesten Arbeitsbedingungen (Verkauf, Gastgewerbe) gefordert? Solange ich nicht rund um die Uhr in einer Bank bedient werde oder Aktien an einer Schweizer Börse handeln kann, sehe ich jedenfalls keinen Grund, dass das die Arbeitszeiten des schlecht bezahlten Verkaufspersonals zusätzlich verschlechtert werden sollen. Der Umsatz der Geschäft nimmt ja nicht zu, aber die Einkaufszeiten verlagern sich. Da kleine Geschäft dabei nicht mithalten können, besteht zudem die Gefahr, dass wir am Schluss nur noch Grossverteiler in der Schweiz haben und die Dörfer und Stadtzentren weiter veröden.

Auch die Professoren dürfen ihre Vorlesungen gerne am Wochenende halten.
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Und die Poststellen - Hier haben wir ausserhalb der Grossen Zentren (schon wenn Du in Bern nach Bümpliz gehst) echt ein Problem! Ein normaler Arbeitnehmer findet kaum mehr Zeit einen Brief auf der Post abzuliefern!

Aber ich denke, das ist ein anderes Problem...
Daniel Wyss - CVP Stadt Bern Vizepräsident, CVP 8. April 2010 Verstoss melden
@Harald Jenk: Es geht hier darum öffnen zu _dürfen_, nicht öffnen zu _müssen_. Wenn es ein ausgewiesenes Kundenanliegen ist, werden auch Banken offen haben.

Wieso soll Verkaufspersonal vor Abend- und Nachtarbeit geschützt werden, aber zum Beispiel Reinigungspersonal nicht?

Und: Wieso sollen den Bedürfnissen jener, die im kleinen Quartierlädeli einkaufen wollen, gegenüber den Bedürfnissen jener, die am Abend einkaufen wollen, mehr Gewicht zugemessen werden?

Widerspricht es nicht dem Ziel der SP, die Berufstätigkeit von Müttern zu fördern, wenn man diese dann kaum mehr einkaufen lässt?
David H - Piraten 8. April 2010 Verstoss melden
Ich gebe Harald Jenke recht vor allem die Banken haben absolut Konsumenten unfreundliche Öffnungszeiten. Die meisten Posstellen haben wenigstens am Samstag offen.
@David H ich kann ihnen nur zustimmen.
Marc Schwab 8. April 2010 Verstoss melden
Herr Jenk argumentiert identisch mit seiner Parteikollegin auf Politnetz, jedoch ist diese Argumentation absolut realitätsfremd und ein Affront gegenüber unzähligen Berufsständen.

Herr Jenk, sollten Ihrer Meinung nach auch Lokomotivführer, Ärzte, Krankenschwestern, Kiosk-Betreiber, Bäcker, Polizisten, Chauffeure etc. am Sonntag nicht arbeiten dürfen? Und wo platzieren Sie diese verlorenen Jobs in der Wirtschaft? Wo würden Sie dann Ihr Fleisch und Gemüse am Montag kaufen?

Diese Schiene der Argumentation ist derart kurz gedacht und inkonsequent, dass sie sich nicht gebrauchen lässt. Ich wünschte mir eine seriösere Argumentation von seiten der "Freunde der Überregulierung"...

http://www.liberalblog.ch




















Maurus Zeier - Vorstand Jungfreisinnige Schweiz Schweiz, jf 29. Juli 2010 Verstoss melden
Herr Jenk, wie häufig müssen Sie am morgen um 2 Uhr GBP oder USD kaufen? (EUR sind bei grösseren Banken am Bancomaten erhältlich, 24/7). Oder wie häufig möchten Sie um 4 Uhr morgens Aktien handeln? Über die Online-Portale der Banken haben Sie 24-Stunden-Zugriff für Börsenaufträge, die halt dann erst bei Öffnung der Börse behandelt werden, aber platzieren können Sie jederzeit.

Ich muss meinen Vorredners recht geben: Die Öffnungszeiten der Banken und Börsen (sie können übrigens jederzeit auch über Tokio und NY handeln, um fast 24-Stunden-Service zu haben - Swissquote macht's möglich) haben nicht viel mit den Grundbedürfnissen der KonsumentInnen zu tun.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 29. Juli 2010 Verstoss melden
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Hallo David,

Naja - gar keine ist vielleicht etwas harte Forderung - schlussendlich müssen wir auch die Mitarbeiter schützen. Dieser Aspekt darf sicherlich nicht verloren gehen. Und ein wenig Ruhe darf zwischen 22 Uhr und 6 Uhr durchaus sein.

Aber wir wollen, dass grundsätzlich während des der Woche die Geschäfte sich selber die Zeiten auswählen können. Sprich: 6 - 22 Uhr ist ganz in Ordnung. Ich glaube nicht, dass dann jeden Abend bis 22 Uhr geöffnet wäre. Das würde sich auch kaum rechnen.

Und an Bahnhöfen und Tankstellen sollen eben gar keine Einschränkungen mehr gelten. Damit die Minderheit, die auch Nachts einkaufen gehen muss, dies auch kann.
Daniel Wyss - CVP Stadt Bern Vizepräsident, CVP 7. April 2010 Verstoss melden
Überhaupt keine gesetzlichen Ladenöffnungszeiten wäre total freie Marktwirtschaft - begrüssenswert, aber vielleicht nicht umsetzbar. Zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern würde sich zwar sicher ein Kompromiss ergeben, sofern die Löhne für Nachtarbeit entsprechend berechnet werden. Aufgrund der Höhe der Lohne für Nachtarbeit und der anzunehmenden vergleichbar tiefen Umsatzzahlen zwischen 21 und 24 Uhr würde sich ein machbares Modell automatisch ergeben.

Der Vorschlag 6-22 (allenfalls Mitternacht) ist auf alle Fälle prüfenswert. Damit könnte man auch nach dem "Ausgang" noch einkaufen.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 8. April 2010 Verstoss melden
Nichts gegen Arbeitnehmerschutz – aber dieser betrifft Verkaufspersonal gleich wie alle anderen Arbeitnehmer. Deswegen braucht es keine Sonderregelung für Läden.

Und solange es keine Polizeistunde gibt, ist auch das Lärmargument für mich unglaubwürdig.
David H - Piraten 8. April 2010 Verstoss melden
Wer spricht denn von Arbeitnehmerschutz und Sonderregelungen? Ich gehe davon aus, dass sich Arbeitgeber und -nehmer gegenseitig finden werden, um bei langen Ladenöffnungszeiten vertragliche Lösungen zu erarbeiten. Das hat mir Arbeitnehmerschutz und Sonderregelungen nichts zu tun, sondern mit Verstand. Wenn jemand bereit ist, unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten und jemand anders bereit ist, unter diesen Bedingungen Personal anzustellen, wird ein Arbeitsvertrag zu Stande kommen. Allenfalls gibt's ja noch das Instrument des Gesamtarbeitsvertrages. Kritisch wird's dann, wenn aufgrund von Lohndumping einheimische Arbeitskräfte benachteiligt werden. Aber auch dazu gäbe es je nach Situation pragmatische Lösungen und flankierende Massnahmen.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 8. April 2010 Verstoss melden
Hallo zusammen,

Es gibt natürlich viele Leute, die können nicht gerade aus einer Vielzahl von Arbeitsstellen auswählen und müssen dann - da keine Alternative - einfach eine solche Stelle annehmen.

Ich selber habe 13 Jahren Arbeitserfahrung im Detailhandel - und würde sagen, dass es aber genügend Personen gibt, die gerne Sonntags oder an Randzeiten arbeiten. Vielleicht gerade weil sie sich mit dem anderen Elternteil zuhause abwechseln wollen.

Ich bin auch der Meinung, dass Arbeitnehmer-Verbände in der Schweiz stark genug sind, dass eigentlich einer Liberalisierung nichts im Wege stehen würde.

Deshalb fordern wir dies ja aktuell auch in unserer Medienmitteilung - und vielleicht bald in einer Petition... Bei der uns die Piraten vielleicht auch unterstützen? ;-)
Daniel Wyss - CVP Stadt Bern Vizepräsident, CVP 8. April 2010 Verstoss melden
@David
Zu Deinem Bericht mit dem Bündner Dorf: Genau deshalb brauchen wir klare Regelungen. In Bern, beispielsweise in Interlaken haben die Geschäfte Sonntags auch immer geöffnet, da Interlaken eine Tourismus-Region ist. Wir brauchen klare Regelungen, die möglichst viel Spielraum für Unternehmer zulassen!

Gerade deshalb steht auch bei uns in der Medienmitteilung:

"Es ist zu berücksichtigen, dass es nicht zu den Kernaufgaben des Staates gehören sollte, zu bestimmen, wann Inhaber ihre Verkaufsgeschäfte und Ladenlokalitäten offen haben dürfen und wann nicht. Vor allem die Nachfrage soll dies bestimmen. Eine behördliche Überregulierung ist hier fehl am Platz."
Daniel Wyss - CVP Stadt Bern Vizepräsident, CVP 8. April 2010 Verstoss melden
@Daniel Wyss: Wäre an Eurem Petitionstext interessiert, wenn er bereit ist...
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 8. April 2010 Verstoss melden
@ Thomas Kalau
Gerne - das notiere ich mir - Danke!
Daniel Wyss - CVP Stadt Bern Vizepräsident, CVP 8. April 2010 Verstoss melden
@Thomas Kalau: Solche "flankierenden Massnahmen" und dergleichen meinte ich mit Arbeitnehmerschutz, den ich in diesem Sinne ja befürworte.
Ich finde nur die Argumentation gewisser Leute falsch, die die Ladenöffnungszeiten mit Arbeitnehmerschutz rechtfertigen. Wir sind da also genau gleicher Meinung.

@Daniel Wyss: Ja, da würden sich bestimmt ein paar Piraten finden, die das unterstützen.
David H - Piraten 8. April 2010 Verstoss melden
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Die Standortattraktivität muss im gesamten Kanton Bern gesteigert werden. Dieser Vorschlag sichert vorhandene und schafft neue Arbeitsplätze. Wir schaffen damit günstige Rahmenbedingungen für
den Handel und kommen den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger nach.
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Wie ist dieses Argument begründet?
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 7. April 2010 Verstoss melden
@Thomas Kalau

Diese Erfahrung kommt von den Tourismusgebieten. In einer Stadt oder einer Region in der die Läden früh schliessen, nimmt die Aktivität der Touristen ab.

Man überlegt sich, ob man noch etwas einkaufen will oder gleich ins Hotelzimmer geht.



Marcel Gygax - CVP 8. April 2010 Verstoss melden
Dann ist es aber nicht so, dass flexiblere Öffnungszeiten mehr Tourismus generieren, wie dies im Titel des Beitrages zum Ausdruck kommt, sondern dass diese den Geschäften mehr Einnahmen durch die bereits vorhandenen Touristen bescheren. Längere Ladenöffnung ist kein Grund für einen Touristen, in einen bestimmten Ort in die Ferien zu fahren oder nicht. Wie Sie richtig sagen haben Öffnungszeiten folglich einen Einfluss auf die Aktivitäten der Touristen, nicht aber auf den Tourismus an sich.

Ich bin jedenfalls auch für flexiblere Ladenöffnungszeiten, mit oder ohne Tourismus, denn diese bringen auch Vorteile für die ansässige Bevölkerung.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 8. April 2010 Verstoss melden
Ein Ort der nicht Ladenöffnungszeiten nicht starr gestaltet ist für Touristen sicher attraktiver.

Für die Touristen macht es einen Unterschied, ob man bei Ankunft in einem Ort vor verschlossenen Türen steht oder nicht.

Marcel Gygax - CVP 8. April 2010 Verstoss melden
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